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Mittwoch, 22. Februar 2012

Chaos im Stall

Damit uns auch nicht langweilig wird, lassen sich unsere Wolligen gerne mal etwas einfallen, um uns auf Trab zu halten.
Als ich gestern Abend zum Stall ging, hörte ich schon lautes Geblöke und aus dem Fenster zum Hof  schauten mich 3 Schafsdamen an. Das sollten sie eigentlich gar nicht können, denn dieses Fenster gehört zum Melkraum und nicht zum "Schafswohnzimmer".
Ich selbst passte gar nicht mehr in den Stall rein, denn sämtliche Schafe quetschten sich im Melkraum und auf der Stallgasse zusammen und vertilgten genüsslich eine komplette Tagesration Heu und Stroh, welches wir, während der melkfreien Zeit, auf dem Melkstand lagern.
Wie kamen sie da hin? Ganz einfach. Aus Platz- und wasserwechseltechnischen Gründen ist an der Boxentür ein Tränkeeimer angebracht. Der hängt in einem Metallring und kann so einfach herausgenommen werden. Da unsere Damen aber jede Gelegenheit nutzen, um sich mal ordentlich den Rücken zu schubbern, haben sie alle eine Technik entwickelt, den Wassereimer, sobald er leer ist, aus dem Ring zu kicken. Der Ring ist dann ein wunderbarer Rückenkratzer. Erfreulicherweise kann man sich zusätzlich auch noch gleich eine Seite kratzen, wenn man sich nur fest genug gegen die Boxentür legt. Durch das ständige "Geschubbere" rüttelt sich dann irgendwann der Riegel los und - Freiheit!!
Wer noch nie versucht hat, sich durch ein Rudel dichtgedrängt stehender Schafe zu quetschen, der kann sich nicht vorstellen, wie schwierig das ist. Aber ich musste da durch, denn einer von den Wollpopos hatte die Türe natürlich wieder zugeschoben.
Inzwischen war der Göttergatte zur Hilfe geeilt und versuchte, die Damen wieder in Richtung Box zu bugsieren. Dabei drückte Sir Finley, unser Wensleydale-Bock die Stalltüre mit dem Hintern auf und verschwand mit zwei Damen erstmal im Garten. Mann und Hunde also hinter den Gartenschafen her, während ich die Zurückgebliebenen eine nach der  anderen wieder ins "Wohnzimmer" schob.
Hier möge sich der Leser bitte vorstellen, dass das nicht nur ein extremer Kraftakt ist, sondern dass das ganze Theater auch noch von infernalischem Geblöke begleitet wird.
Am Ende war ich schweißgebadet und stocktaub.
Nachdem uns das nun schon dreimal passiert ist, habe ich heute den Wassereimer an einem anderen Platz installiert. Auch der Dümmste wird irgendwann klug...

Kommentare:

  1. Hallo Sanne,

    nein, eigentlich soll man ja nicht über den scchaden anderer lachen. Aber dein Schreibstil ist einfach unnachahmlich, und ich weiß ja, wie humorvoll du bist und wie locker du das letztendlich nimmst. Danke, dass du uns zum Lachen bringst.

    Liebe Grüße

    Brigitte

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  2. Liebe Susanne, da kann ich mich Brigitte wirklich nur anschließen. Ich habe herzhaft geschmunzelt ;)) Du schreibst so klasse, ich hatte das Gefühl, ich würde direkt neben Dir im Stall stehen!

    Herzliche Grüße
    Silke

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    1. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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    2. *Lach* das kann man sich so richtig herrlich bildlich vorstellen ;o) Liebe Grüße an die Ausreisser.

      Edit: Sorry fürs Löschen hatte mich vertippt

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  3. Und genau so isses, wie du es beschrieben hast, liebe Sanne. Meist ist es in dem Fall ja noch so, dass die Damen alle verkehrt herum stehen und sich erst einmal umdrehen müßten. Das geht aber nicht, da sie dafür viel zu dichtgedrängt stehen. Getoppt werden kann das Ganze noch, wenn die Schafe Hörner haben, dann isses noch enger und gibt beim Durchquetschen schön blaue Flecken - beim Menschen, wohlgemerkt. Und/oder die Schafe waren vor nicht allzu langer Zeit draußen und sind naß. Sich durch eine Herde dichtgedrängt stehender Schafe zu quetschen ist schwierig und nervenaufreibend, sich durch eine Herde dichtgedrängt stehender NASSER Schafe zu quetschen macht das Ganze obendrein noch äußerst unangenehm. :-D

    Aber Hauptsache, den Damen geht es gut, und sie haben sich bei ihrem kleinen Ausflug auch ja nix getan. In ihrem Zustand! ;-)
    Liebe und verständnisvolle Grüße aus dem Norden

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  4. Hallo, Ihr Lieben,

    danke für die Blumen!!! Ich werd' ja noch ganz rot...

    Hach, Astrid, ich bin ja so froh, dass sowas nicht nur mir passiert!
    Apropos Zustand. Harriet, unser Turnierschaf, ist gestern Abend noch mit einem Riesensatz über's Gatter gehüpft. Trotz dickem Bauch (ich hoffe da sind nur 2 drin...) und schon ordentlich Euter. Ging wohl nicht schnell genug mit dem Futter.

    Liebe Grüsse
    Sanne

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  5. Gut, dass alles glattgegangen ist. Es wird nie langweilig mit Tieren ;-)

    Liebe Grüße
    Petra

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