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Dienstag, 2. Dezember 2014

Umleitungen und andere Widrigkeiten - oder - wie schaffe ich es pünktlich zur Lesung...

Seit Wochen hatte ich mich darauf gefreut: Meine liebe Kollegin Elke Bergsma liest auf der Baustelle ihres zukünftigen Wohnsitzes.


Freundin Angelika wollte sich um 14.30 Uhr an diesem Adventssonntag von ihrem Mann bei uns absetzen lassen, um dann gemeinsam mit mir zur Lesung zu fahren.
Aber es war kalt und unsere Autobatterie alt... Der eigentlich brave Kangoo sprang nicht an. Zum Glück hatten wir das schon am Samstag bemerkt. Also flugs zu Freundin und Nachbarin Silke und das Ladegerät geliehen. Leider war Silke nicht da als ich es holte, sonst hätte sie mir gesagt, dass das Gerät kaputt ist...
Sonntagmittag - Silke war wieder da - erfuhr ich, warum das Auto immer noch nicht ansprang. Aber da Silke eine wirklich, wirklich gute Freundin ist, lieh sie mir ihren Wagen!
So wartete ich auf Angelika - die nicht kam... Um 14.40 Uhr rief ich an. Sie hatte es vergessen! Ich sollte schon  mal losfahren, sie käme nach.
Gesagt getan. Nun ist Leer ja nicht besonders groß und ein wenig Ortskenntnis habe ich mir in 11 Jahren auch schon erarbeitet, aber ich hatte völlig unterschätzt, dass wegen des Weihnachtsmarktes so ziemlich jede Straße, über die ich mein Ziel hätte erreichen können, gesperrt war!! Davon abgesehen, hatte ich nur höchst ungenaue Vorstellungen, wo ich denn exakt hinmusste. Aber ich wusste, dass das Haus recht groß ist und es war auch von weitem als Baustelle zu erkennen. Es war Zeit für die bewährte Strategie "einkreisen und zustoßen", den Baukran immer fest im Blick.
Ich hatte es schon fast geschafft, da unterbrachen neuerliche Barken mit dem Schild "Durchfahrt verboten" meine Fahrt. Eigentlich ignoriere ich Verkehrsschilder nicht, aber ich war verzweifelt, schon viel zu spät und ich hatte einen Mercedes-Geländewagen unterm Hintern. Was also sollte passieren? Tatsächlich kam ich unbehelligt durch die verbotene Straße und erreichte mein Ziel! Doch weit und breit kein Parkplatz! Das war der Moment, in dem ich aufgeben wollte.
Plötzlich sah ich das Auto von Jürgen und Angelika. Jürgen leitete mich dann zu einem Parkplatz. Endlich - dachte ich. Aber wo war der Eingang?
Angelika und ich tasteten uns am Bauzaun entlang. Natürlich in die falsche Richtung. Merken: Der kürzteste Weg ist nicht immer der Beste...
Wir entschlossen uns, es zur anderen Seite auch noch zu versuchen, selbst wenn wir ziemlich sicher waren, dass die Lesung schon vorbei war.
Da kam ein blauer VW-Bus mit Westersteder Kennzeichen angerauscht. Daphne! Sie hatte uns auch gesehen und war ebenso froh wie wir, nicht die Einzige zu sein, die mit derartiger Verspätung auftauchen würde. Sie parkte vor einer Baustelleneinfahrt - das hätte ich auch mal tun sollen - denn auch in Leer wird sonntags nicht gebaut.
Weitere Meter am Bauzaun entlang brachten uns endlich zum ersehnten Ziel. Man wies uns die Treppe hinauf. Hurra! Elke war zumindest noch da. Durch die geschlossene Metalltüre konnten wir sie lesen hören. Daphne griff zur Türklinke und während ich noch dachte, dass diese Türe vermutlich grauenhaft quietschen und Elke stören würde, tat sie genau das. Mit anderen Worten: Wir hatten unseren Auftritt... Elke trug es mit Humor, was ich aber auch nicht anders erwartet hätte.
Zum Glück las sie aus "Stumme Tränen", was ich zum einen schon gelesen hatte, zum anderen schon beim Krimi-Festival auf der Manningaburg in Pewsum hören durfte.
Nach der Lesung - die arme Elke war völlig durchgefroren - gingen wir gemeinsam mit einigen Freunden und Elkes Familie noch Kaffee trinken. Es war warm, gemütlich und wir haben uns toll unterhalten.
So wurde aus einem chaotischen Sonntag noch ein wunderschöner 1. Advent.

Sooo kalt war es - Daphnes süße Tochter und ich

Es war so schön mit Euch, Ihr Lieben. Allen Widrigkeiten zu trotzen hat sich wirklich gelohnt!

Kommentare:

  1. Klasse Susanne! :-) Die Tür war echt die Krönung! Den 1. Advent werden wir alle nicht so schnell vergessen!

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    1. Vermutlich werden wir in 10 Jahren noch bei irgendeinem Adventskaffe darüber lachen :-D

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