Wie angekündigt, waren gestern die Dame und der Herr vom Landkreis da. Wegen unserer Kleinkläranlage.
Die beiden waren aber sehr nett und haben mir dann endlich erklärt, was sie nun eigentlich von mir wollen.
Wenn man eine Käserei betreibt, und sei sie auch noch so klein, möchte der Landkreis höchstselbst sein jährliches "Güllepröbchen" entnehmen. Muss einem dummen Menschen doch auch mal so gesagt werden. Ich hätte geglaubt, die jährliche Probe unserer Wartungsfirma reicht. Tja, scheinbar nicht.
Die Probe, die sie vor Ort untersucht haben, war dann auch völlig okay. Nun geht noch ein "Schlückchen Stinkewasser" ins Labor.
Wenn jetzt nicht in normalen Haushaltsreinigern irgendwelche gruseligen Chemikalien versteckt sind, sollte eigentlich alles im grünen Bereich sein und ich muss kein komplettes Klärwerk bauen. Aber ich nehme mal an, dass hätte unsere Wartungsfirma uns schon mal gesagt. Die schicken ja auch jedes Jahr was ins Labor.
Sehr seltsam das alles.
Ich vermute mal ganz stark, dass meine paar Schäfchen und meine Käserei in 20 Jahren nicht soviel Umweltbedrohliches produzieren können, wie die Güllemenge, die in einem Jahr auf den Maisacker nebenan gefahren wird.
Mittwoch, 8. August 2012
Samstag, 28. Juli 2012
Artikel im Sonntags Report
Himmel, ich hänge echt hinterher!
Nun ist es schon zwei Wochen her, dass ein Artikel über unsere Schafskäserei im Sonntags Report erschien.
Da der Ab-Hof-Verkauf immer noch nicht besonders lief, ist meine liebe Mama kurzerhand ins Verlagshaus der Zeitung 'reingerauscht, fand dort die ausgesprochen nette Frau Jansen vor und hat ihr erklärt, dass wir dringend mal einen Bericht in der Zeitung bräuchten. Das fand Frau Jansen auch und schon in der nächsten Woche war sie bei uns und hat wirklich schön über uns und unsere Schafe geschrieben. An dieser Stelle nochmal ganz lieben Dank!
Leider bekomme ich den Artikel nicht so eingestellt, dass man ihn auch lesen kann, aber ich wollte Euch wenigstens die Fotos und die Überschrift nicht vorenthalten. Ich bastle nochmal dran, das Ganze zu vergrößern.
Nun ist es schon zwei Wochen her, dass ein Artikel über unsere Schafskäserei im Sonntags Report erschien.
Da der Ab-Hof-Verkauf immer noch nicht besonders lief, ist meine liebe Mama kurzerhand ins Verlagshaus der Zeitung 'reingerauscht, fand dort die ausgesprochen nette Frau Jansen vor und hat ihr erklärt, dass wir dringend mal einen Bericht in der Zeitung bräuchten. Das fand Frau Jansen auch und schon in der nächsten Woche war sie bei uns und hat wirklich schön über uns und unsere Schafe geschrieben. An dieser Stelle nochmal ganz lieben Dank!
Leider bekomme ich den Artikel nicht so eingestellt, dass man ihn auch lesen kann, aber ich wollte Euch wenigstens die Fotos und die Überschrift nicht vorenthalten. Ich bastle nochmal dran, das Ganze zu vergrößern.
Tatsächlich läuft der Laden seit Erscheinen des Berichtes deutlich besser! Es ist halt nicht so einfach, einigermaßen bekannt zu werden. Und da kann so eine Zeitung echt weiter helfen.
Leider weckt man damit wohl auch schlafende Hunde. Sonntags waren wir in der Zeitung und schon am Dienstag hatte ich den Landkreis am Telefon! Sie wollen meine Kleinkläranlage überprüfen! Häh?!
Ich habe dem guten Mann zwar erklärt, dass wir, eben wegen der Kläranlage, keine Desinfektionsmittel verwenden, sondern mit kochendem Wasser desinfizieren, er möchte sie aber dennoch sehen.
Keine Ahnung, was es da zu sehen gibt. 3 Löcher im Boden mit Betondeckeln drauf, 'ne Pumpe und ein Motor - Kleinkläranlage eben. Nun kommen sie am 7.8. und wollen das Ding begutachten.
Ich hoffe mal, dass ich am Ende für 20 Schafe nicht noch ein komplettes Klärwerk brauche. Dann hätte es sich nämlich ausgekäst...
Montag, 23. Juli 2012
Liebster Blog
Lieben Dank, Astrid, hat geklappt, wie du siehst.
Natürlich hab ich es letzte Woche dann doch nicht mehr geschafft, da über's Wochenende auch noch lieber Besuch aus Düsseldorf hier war, den ich vorher völlig vergessen hatte.
Wer hätte gedacht, dass ein Schafskäser-Leben so stressig sein kann...*lach*.
Aaaalso, hier sind die Blogs, an die ich den Award weitergeben möchte. Eigentlich hätte ich 10 nennen müssen, denn ich hab' ja gleich 2 Awards bekommen, aber irgendwie haben die meisten, die ich lese oder denen ich folge schon einen... (Und zum Weitersuchen fehlt mir während der Melkzeit einfach die Zeit)
Meine Nominierten:
Helioni
Pippilottas Handarbeiten
Hand-Werk
Eliots-Garden
Filzengel
Ich schreib' die Regeln hier mal "frei Schnauze". Man kann sie bestimmt irgendwie kopieren, aber ich bin nun mal computerblond.
Sinn und Zweck dieses Awards ist es, Bloggerneulinge bekannter zu machen, damit sie nicht im Nirvana des www verschwinden. Er soll an Blogger verliehen werden, die weniger als 200 regelmäßige Leser in ihrer Mitgliederliste haben.
Wer also einen Award bekommen hat und ihn auch haben möchte, sollte wie folgt verfahren:
1. Poste den Award auf deinem Blog
2. Verlinke den Nominator (als kleines Dankeschön)
3. Gib den Award an 5 Blogs weiter und informiere sie mit einem Kommentar oder per e-mail.
So, ich persönlich muss jetzt noch meine Nominierten informieren und KATJA'S Wollrad verlinken.
Lieben Dank nochmal an Astrid und Katja!
Sonntag, 15. Juli 2012
Award
Da hab' ich doch glatt zweimal den Award "Liebster Blog" verliehen bekommen!!!
Lieben Dank an Astrid und Katja!!!
Ich verspreche hoch und heilig, dass ich mich noch diese Woche darum kümmern werden, ihn meinerseits weiter zu reichen, denn ich finde das eine wirklich tolle Sache. Bloß die Zeit ist im Moment ein bissel knapp. Jetzt muss ich auch gleich wieder in die Käseküche.
Nochmals vielen Dank und liebe Grüsse
Sanne
Lieben Dank an Astrid und Katja!!!
Ich verspreche hoch und heilig, dass ich mich noch diese Woche darum kümmern werden, ihn meinerseits weiter zu reichen, denn ich finde das eine wirklich tolle Sache. Bloß die Zeit ist im Moment ein bissel knapp. Jetzt muss ich auch gleich wieder in die Käseküche.
Nochmals vielen Dank und liebe Grüsse
Sanne
"Auswildern" der Lämmer
So richtig hab' ich ja nicht mehr dran geglaubt, aber am Ende haben wir den Weidezaun doch noch fertig bekommen!!!! Und, hey, es war sogar Strom auf den Litzen!!! Inzwischen bin ich aber schon wieder heilfroh, dass wir uns die Mühe gemacht haben, Festzaun zu ziehen, denn der Strom ist natürlich nicht immer da...
Wie auch immer, Samstag konnten wir dann endlich die Lämmer zur Weide bringen. Hört sich einfach an, ist es aber nicht. Denn natürlich ist kein Schaf dieser Erde wild drauf, zum ersten Mal freiwillig auf einen Hänger zu laufen. Aber mit viel Mühe, noch mehr gutem Zureden und noch viiiiiieeeel mehr Futter, hatten wir am Ende 11 von 15 verladen. Die vier verbliebenen lungerten in respektvollem Abstand zum Hänger in der Gegend 'rum, ließen sich dann aber doch mit Futter heranlocken und wurden kurzerhand von meinem Mann gegriffen und ins Auto gestopft.
Bin ich froh, dass der Wagen eine abwaschbare Plastikladefläche hat! Man macht sich ja gar keine Vorstellung davon, was aus 4 kleinen Schafen am hinteren Ende so alles herauskommt...
Die Fahrt zur Weide dauert zum Glück nur 2 Minuten. Todesmutig setzte ich Wagen und Hänger rückwärts in die Weide, ohne den frisch gezogenen Zaun zu demolieren!!! Ich bin schon mit dem Auto echt schlecht im Rückwärtsfahren, aber wenn da noch ein Hänger dran ist - Himmel!
Wir haben dann den Zaun wieder geschlossen und konnten in aller Seelenruhe die Lämmer vom Hänger und aus dem Wagen lassen. Toll!
Tja, und dann kamen wir leider nicht mehr von der Weide 'runter, denn die Viecher dachten nicht im Traum daran, sich auch nur einen Meter vom Wagen weg zu bewegen. Denen war die große Weide schlichtweg unheimlich - sie wollten wieder nach Hause!
Mit Hilfe von Freundin und Nachbarin Silke, einem Eimer Futter und einem Fahrrad nebst Klingel, gelang es uns irgendwann dann doch, die Wollis zur anderen Weideseite zu treiben. Diese Aktion hat tatsächlich länger gedauert, als das Verladen!
Nachdem der Wagen aus der Weide und das Tor wieder geschlossen war, kamen die Lämmer gleich wieder zurück gerannt. Sie haben dort auch den Rest des Samstags und den kompletten Sonntag verbracht, vermutlich in der Hoffnung, dass wir sie wieder nach Hause holen.
Inzwischen haben sie aber die Tatsache, dass ständig Gras zu Verfügung steht, zu schätzen gelernt und stromern munter über die komplette Weide. Sie werden noch einmal am Tag zugefüttert, da das Gras überständig ist und darum nicht so viel Nährwert hat. Außerdem bleiben sie auf diese Weise handzahm und man kann gut kontrollieren, ob irgendeiner nicht in Ordnung ist. Einen Teil der Truppe muss der "Chef" aber regelmäßig höchstpersönlich zum Füttern abholen.
Blöd ist nur, dass es im Moment ständig regnet. Die armen Viecher bekommen bestimmt bald Schwimmhäute zwischen den Klauen. Die Suffolk-Mixe nehmen das Wetter sehr gelassen, die beiden Ostfriesen sind aber offenbar wasserscheu. Die stehen oft angewidert in der Gegend 'rum und wünschen sich wohl ein Dach über dem Kopf...
Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf - irgendwann wird bestimmt noch Sommer...
Wie auch immer, Samstag konnten wir dann endlich die Lämmer zur Weide bringen. Hört sich einfach an, ist es aber nicht. Denn natürlich ist kein Schaf dieser Erde wild drauf, zum ersten Mal freiwillig auf einen Hänger zu laufen. Aber mit viel Mühe, noch mehr gutem Zureden und noch viiiiiieeeel mehr Futter, hatten wir am Ende 11 von 15 verladen. Die vier verbliebenen lungerten in respektvollem Abstand zum Hänger in der Gegend 'rum, ließen sich dann aber doch mit Futter heranlocken und wurden kurzerhand von meinem Mann gegriffen und ins Auto gestopft.
Bin ich froh, dass der Wagen eine abwaschbare Plastikladefläche hat! Man macht sich ja gar keine Vorstellung davon, was aus 4 kleinen Schafen am hinteren Ende so alles herauskommt...
Die Fahrt zur Weide dauert zum Glück nur 2 Minuten. Todesmutig setzte ich Wagen und Hänger rückwärts in die Weide, ohne den frisch gezogenen Zaun zu demolieren!!! Ich bin schon mit dem Auto echt schlecht im Rückwärtsfahren, aber wenn da noch ein Hänger dran ist - Himmel!
Wir haben dann den Zaun wieder geschlossen und konnten in aller Seelenruhe die Lämmer vom Hänger und aus dem Wagen lassen. Toll!
Tja, und dann kamen wir leider nicht mehr von der Weide 'runter, denn die Viecher dachten nicht im Traum daran, sich auch nur einen Meter vom Wagen weg zu bewegen. Denen war die große Weide schlichtweg unheimlich - sie wollten wieder nach Hause!
Mit Hilfe von Freundin und Nachbarin Silke, einem Eimer Futter und einem Fahrrad nebst Klingel, gelang es uns irgendwann dann doch, die Wollis zur anderen Weideseite zu treiben. Diese Aktion hat tatsächlich länger gedauert, als das Verladen!
Nachdem der Wagen aus der Weide und das Tor wieder geschlossen war, kamen die Lämmer gleich wieder zurück gerannt. Sie haben dort auch den Rest des Samstags und den kompletten Sonntag verbracht, vermutlich in der Hoffnung, dass wir sie wieder nach Hause holen.
Inzwischen haben sie aber die Tatsache, dass ständig Gras zu Verfügung steht, zu schätzen gelernt und stromern munter über die komplette Weide. Sie werden noch einmal am Tag zugefüttert, da das Gras überständig ist und darum nicht so viel Nährwert hat. Außerdem bleiben sie auf diese Weise handzahm und man kann gut kontrollieren, ob irgendeiner nicht in Ordnung ist. Einen Teil der Truppe muss der "Chef" aber regelmäßig höchstpersönlich zum Füttern abholen.
Blöd ist nur, dass es im Moment ständig regnet. Die armen Viecher bekommen bestimmt bald Schwimmhäute zwischen den Klauen. Die Suffolk-Mixe nehmen das Wetter sehr gelassen, die beiden Ostfriesen sind aber offenbar wasserscheu. Die stehen oft angewidert in der Gegend 'rum und wünschen sich wohl ein Dach über dem Kopf...
Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf - irgendwann wird bestimmt noch Sommer...
| Es gibt Futter!!!! |
| Der "Chef" und die Nachzügler |
| Fütterung der Raubtiere |
Mittwoch, 20. Juni 2012
Angst um "Sir Finley"
Riesengroße Sorgen machte uns am Wochenende unser heißgeliebter Wensleydale-Longwool-Bock "Sir Finley of Wensleydale", liebevoll "Fips" genannt.
Freitag bei der Abendfütterung war noch alles in Ordnung. Lautes Geblöke im Stall, dazwischen die "Fanfare" von Finley - der ist wirklich gut bei Stimme. Und wie gewohnt, stürzte er sich auch gierig auf's Futter.
Während wir die Mädels melkten, legte er sich dann aber plötzlich hin. Eigentlich nicht so verwunderlich, wenn Fips nicht das gefräßigste Schaf unter der Sonne wäre. Normalerweise steht er während der gesamten Melkzeit neben dem Törchen, durch das die gemolkenen Schafe wieder hereinkommen. Denn manche Mädels verlassen den Melkstand nur äußerst widerwillig und es braucht ein Leckerchen, um sie wieder in den Stall zu verfrachten. Da hofft der Bock natürlich, dass für ihn auch etwas abfällt.
Als wir mit dem Melken fertig waren und die Trenngatter herausgenommen hatten, zog er sich in die hinterste Ecke des Stalls zurück und hatte ganz offensichtlich Bauchkrämpfe.
Okay, erstmal zum guten alten Hausmittel Kräuterschnaps gegriffen, hilft fast immer. Doch nach einer Stunde zeigte sich keine Veränderung. Der Tierarzt musste her. Da der jedoch noch durchs Emsland gondelte, empfahl er noch eine weitere Dosis Alkohol, die aber auch nichts brachte.
Um 21.00 Uhr kam dann endlich Jan, unser Tierarzt und untersuchte Finley, der sich inzwischen in einem echt jämmerlichen Zustand befand.
Da die Symptome so plötzlich auftraten, befürchtete Jan eine Darmverschlingung, obwohl er dass in seinen 30 Jahren Tierarztpraxis wohl noch nie erlebt hatte. Er vermutete, dass Finley die Nacht voraussichtlich nicht überleben würde. Natürlich behandelte er Fips trotzdem, vor allen Dingen gegen die Bauchkrämpfe.
Meine einzige Hoffnung war, dass Finley einer der "Totgesagten" unseres Tierarztes ist, die haben nämlich für gewöhnlich eine ziemlich hohe Lebenserwartung. Wie z.B. "Cloud", die nach der ersten Lammung mit Ketose da lag und die auch die Nacht nicht überleben sollte. Sie hat danach noch zweimal gelammt, bis wir uns von ihr trennen mussten, weil das Euter kaputt war. Oder Nachbars inzwischen 12 Jahre alter Hund, der seinen 10. Sommer nicht überleben sollte...
Nicht dass mich jetzt jemand falsch versteht. Unser Tierarzt ist absolute Spitzenklasse! Er ist halt nur lieber etwas pessimistischer, als zu viel Hoffnung zu machen. Ist die Freude hinterher umso größer.
Nach einer echt üblen Nacht, ging ich Samstagmorgen mit Herzklopfen in den Stall. Sir Finley lebte! Und er fraß sogar. Dann aber legte er sich doch wieder hin und hatte auch wieder Krämpfe.
Also nochmal den Tierarzt bestellt, der ehrlich erstaunt war, dass der Bock nicht gestorben war.
Nach nochmaliger Behandlung war Finley dann so richtig am Ende, schon durch den ganzen Stress. Wir mussten wieder bangen.
Am Sonntagmorgen dachte ich wirklich, dass er den Tag nicht überleben würde. Er lag nur noch, hatte eiskalte Ohren und drehte beim Anblick von Heu angewidert den Kopf weg. Lediglich Wasser soff er gierig.
Weil er ja Samstagmorgen das letzte Mal gefressen hatte, nahm ich an, dass nun der Pansen schlapp machte. Darum beschloss ich gegen Mittag, es noch einmal mit einer Dosis Pansenstimulanz zu versuchen. Falsch machen konnte ich nun auch nichts mehr.
Und dann kam ich mit meinem pansenstimulanzgefüllten Drencher in den Stall und blieb wie angewurzelt in der Stalltür stehen. Finley stand mitten zwischen seinen Damen und schmetterte mir seine Fanfare entgegen!!!
Rasch den Drencher zur Seite gelegt und stattdessen Heu hingeworfen. Er stürzte sich so gierig darauf, dass die umstehenden Mädels erschrocken zur Seite sprangen. Ich war so erleichtert, dass ich gleich losgeheult habe.
Seit dem geht es ihm hervorragend, aber ich beobachte ihn immer noch mit Argusaugen. Keine Ahnung, was es war und wodurch es kam. Überfressen kann er sich nicht haben. Sie waren noch auf der alten Weide und zuviel Kraftfutter kann er auch nur bekommen, wenn die Mädels in den Hungerstreik treten. Und das ist so wahrscheinlich wie Schnee am 4. Juli. Giftpflanzen gibt's bei uns am Haus auch nicht.
Vermutlich werde ich es nie erfahren und kann nur hoffen, das sowas nie wieder passiert.
Freitag bei der Abendfütterung war noch alles in Ordnung. Lautes Geblöke im Stall, dazwischen die "Fanfare" von Finley - der ist wirklich gut bei Stimme. Und wie gewohnt, stürzte er sich auch gierig auf's Futter.
Während wir die Mädels melkten, legte er sich dann aber plötzlich hin. Eigentlich nicht so verwunderlich, wenn Fips nicht das gefräßigste Schaf unter der Sonne wäre. Normalerweise steht er während der gesamten Melkzeit neben dem Törchen, durch das die gemolkenen Schafe wieder hereinkommen. Denn manche Mädels verlassen den Melkstand nur äußerst widerwillig und es braucht ein Leckerchen, um sie wieder in den Stall zu verfrachten. Da hofft der Bock natürlich, dass für ihn auch etwas abfällt.
Als wir mit dem Melken fertig waren und die Trenngatter herausgenommen hatten, zog er sich in die hinterste Ecke des Stalls zurück und hatte ganz offensichtlich Bauchkrämpfe.
Okay, erstmal zum guten alten Hausmittel Kräuterschnaps gegriffen, hilft fast immer. Doch nach einer Stunde zeigte sich keine Veränderung. Der Tierarzt musste her. Da der jedoch noch durchs Emsland gondelte, empfahl er noch eine weitere Dosis Alkohol, die aber auch nichts brachte.
Um 21.00 Uhr kam dann endlich Jan, unser Tierarzt und untersuchte Finley, der sich inzwischen in einem echt jämmerlichen Zustand befand.
Da die Symptome so plötzlich auftraten, befürchtete Jan eine Darmverschlingung, obwohl er dass in seinen 30 Jahren Tierarztpraxis wohl noch nie erlebt hatte. Er vermutete, dass Finley die Nacht voraussichtlich nicht überleben würde. Natürlich behandelte er Fips trotzdem, vor allen Dingen gegen die Bauchkrämpfe.
Meine einzige Hoffnung war, dass Finley einer der "Totgesagten" unseres Tierarztes ist, die haben nämlich für gewöhnlich eine ziemlich hohe Lebenserwartung. Wie z.B. "Cloud", die nach der ersten Lammung mit Ketose da lag und die auch die Nacht nicht überleben sollte. Sie hat danach noch zweimal gelammt, bis wir uns von ihr trennen mussten, weil das Euter kaputt war. Oder Nachbars inzwischen 12 Jahre alter Hund, der seinen 10. Sommer nicht überleben sollte...
Nicht dass mich jetzt jemand falsch versteht. Unser Tierarzt ist absolute Spitzenklasse! Er ist halt nur lieber etwas pessimistischer, als zu viel Hoffnung zu machen. Ist die Freude hinterher umso größer.
Nach einer echt üblen Nacht, ging ich Samstagmorgen mit Herzklopfen in den Stall. Sir Finley lebte! Und er fraß sogar. Dann aber legte er sich doch wieder hin und hatte auch wieder Krämpfe.
Also nochmal den Tierarzt bestellt, der ehrlich erstaunt war, dass der Bock nicht gestorben war.
Nach nochmaliger Behandlung war Finley dann so richtig am Ende, schon durch den ganzen Stress. Wir mussten wieder bangen.
Am Sonntagmorgen dachte ich wirklich, dass er den Tag nicht überleben würde. Er lag nur noch, hatte eiskalte Ohren und drehte beim Anblick von Heu angewidert den Kopf weg. Lediglich Wasser soff er gierig.
Weil er ja Samstagmorgen das letzte Mal gefressen hatte, nahm ich an, dass nun der Pansen schlapp machte. Darum beschloss ich gegen Mittag, es noch einmal mit einer Dosis Pansenstimulanz zu versuchen. Falsch machen konnte ich nun auch nichts mehr.
Und dann kam ich mit meinem pansenstimulanzgefüllten Drencher in den Stall und blieb wie angewurzelt in der Stalltür stehen. Finley stand mitten zwischen seinen Damen und schmetterte mir seine Fanfare entgegen!!!
Rasch den Drencher zur Seite gelegt und stattdessen Heu hingeworfen. Er stürzte sich so gierig darauf, dass die umstehenden Mädels erschrocken zur Seite sprangen. Ich war so erleichtert, dass ich gleich losgeheult habe.
Seit dem geht es ihm hervorragend, aber ich beobachte ihn immer noch mit Argusaugen. Keine Ahnung, was es war und wodurch es kam. Überfressen kann er sich nicht haben. Sie waren noch auf der alten Weide und zuviel Kraftfutter kann er auch nur bekommen, wenn die Mädels in den Hungerstreik treten. Und das ist so wahrscheinlich wie Schnee am 4. Juli. Giftpflanzen gibt's bei uns am Haus auch nicht.
Vermutlich werde ich es nie erfahren und kann nur hoffen, das sowas nie wieder passiert.
Samstag, 9. Juni 2012
Nackedeis
Gestern war es endlich soweit - der Scherer war da! Jetzt hab' ich einen ganzen Stall voll "tapezierter Skelette".
Da die Milchschafe grundsätzlich jedes Futterkörnchen in die Milch stecken - wofür ich ihnen ja auch dankbar bin - sehen die im Sommer immer schrecklich aus.
Und wie jedes Jahr, wenn wir scheren, wird es natürlich saukalt... Hoffentlich holen sich die Damen keinen Schnupfen.
Nun habe ich mal wieder einen Riesenberg Wolle, der sich aber nach dem Sortieren noch um etliche Kilos reduziert. Also, wer dringend Wolle braucht: € 3,-- pro Kilo plus Versandkosten.
Wenn ich es irgendwie schaffe, fotografiere ich mal ein bissel Wolle, damit ihr sehen könnt, welch tolle Pelze meine Mädels so durch die Gegend tragen.
Obwohl ich eigentlich Arbeit bis über die Ohren habe, musste ich trotzdem heute erstmal ein paar "Sir-Finley-Locken" waschen. Himmel, ist der Kerl 'ne Pottsau. So schmutziges Waschwasser hab' ich noch nie gehabt. Da könnte ich gleich die Weide mit güllen...
Nun hängen die Locken über der Wanne zum trocknen. Ich bin echt gespannt wie die sich spinnen lassen!
Da wir grundsätzlich keine halben Sachen machen, haben wir auch die Collies scheren lassen! Scherz beiseite, es musste sein. Da die Herren nur noch einen Kondenzstreifen hinterlassen und nicht mehr zu sehen sind, sobald ich die Hundebürste 'rauskrame, war die Colliewolle irrsinnig verfilzt. Die musste einfach 'runter, bevor da noch Hautprobleme entstehen. Aber ich gestehe, ich hab' erst mal geheult, als ich mit den beiden Nackedeis wieder im Auto saß. Hoffentlich wächst das alles schnell wieder nach. Ich bin nun mal kein Kurzhaar-Hunde-Fan.
Die letzten Wochen waren unglaublich stressig. Den Computer habe ich nur einmal am Tag angemacht, um Bestellungs-Mails auszudrucken. Darum habe ich auch meinen blog links liegen lassen müssen.
Schon in der Woche vor Pfingsten bin ich aus der Käseküche eigentlich nur zum Melken 'rausgekommen, denn am Pfingstmontag waren wir mit unserem Käse auf dem Logabirumer Mühlenfest. Dort waren wir im Oktober schon. Es ist eine tolle Atmosphäre mit all den kleinen Verkaufsständen rund um die Mühle und wir haben super verkauft. Auch diesmal wurden wir nicht enttäuscht. Lediglich ein paar Kunden, die einen etwas weiteren Weg mit dem Fahrrad hatten, trauten sich nicht, den Käse bei der Wahnsinns-Hitze so lange ungekühlt zu transportieren.
Am Sonntag darauf waren wir dann im Heimatmuseum Leer. Diese Einladung hatte ich eigentlich nur angenommen, um ein bisschen die Werbetrommel für uns zu rühren, denn mit dem Ab-Hof-Verkauf klappt das immer noch nicht so richtig. Mit einem guten Verkauf hatte ich eigentlich nicht gerechnet. Die Aktion hieß zwar "Markt im Museum", aber wer kauft schon Käse im Museum? Tja, ich kenne jetzt die Antwort - die Leeraner. Den letzten Käse haben wir sogar noch nach Ende der Veranstaltung, beim Einladen unseres Krempels, aus der Kühltasche verkauft.
Donnerstag war dann die "Behörde" vor Ort. Betriebskontrolle!!!! Diesmal das volle Programm, mit Probennahme und Tierhaltungs-Kontrolle. Mir war ganz schön mulmig, weil wir immer noch nicht misten konnten. Normalerweise kommt der Mist vor der Aussaat mit auf den Mais-Acker. Bloß diesmal standen zu dieser Zeit überall noch Ablamm-Boxen 'rum und nun können wir erst misten, wenn unsere Heuwiese gemäht ist und das Zeugs da hin kann.
Aber offenbar bin ich nicht die einzige, die noch Mist im Stall hat. Wir sind ohne Beanstandung abgenommen worden. Nun müssen nur noch die beiden genommenen Proben in Ordnung sein, wovon ich aber einfach mal ausgehe. Wobei - man kann sich gar nicht vorstellen, auf was für Ideen diese Behörden kommen. Zum Beispiel sagte mir unser ausgesprochen netter Lebensmittelkontrolleur, dass auf meiner Etikettierung das Wörtchen "bis" fehlt und zwar bei "Mindestens haltbar". Wird das bei der genommenen Probe beanstandet, wird ein GUTACHTEN!!!!!! erstellt!!!!!! Und dieses Gutachten kostet mich dann €150,-- und zwar pro genommener Probe!!!! Ich fasse es einfach nicht. Wie irre ist das denn? Wie schon gesagt, unser Lebensmittelkontrolleur ist zum Glück sehr nett...
Den nächsten "Auftritt" haben wir am 30.06. auf dem Bauernmarkt in Leer. Der war letztes Jahr auch richtig gut. Bin mal gespannt wie es diesmal wird.
Da die Milchschafe grundsätzlich jedes Futterkörnchen in die Milch stecken - wofür ich ihnen ja auch dankbar bin - sehen die im Sommer immer schrecklich aus.
Und wie jedes Jahr, wenn wir scheren, wird es natürlich saukalt... Hoffentlich holen sich die Damen keinen Schnupfen.
| Tapezierte Skelette |
Nun habe ich mal wieder einen Riesenberg Wolle, der sich aber nach dem Sortieren noch um etliche Kilos reduziert. Also, wer dringend Wolle braucht: € 3,-- pro Kilo plus Versandkosten.
Wenn ich es irgendwie schaffe, fotografiere ich mal ein bissel Wolle, damit ihr sehen könnt, welch tolle Pelze meine Mädels so durch die Gegend tragen.
| Das ist so ungefähr die Hälfte der "Ernte" |
Obwohl ich eigentlich Arbeit bis über die Ohren habe, musste ich trotzdem heute erstmal ein paar "Sir-Finley-Locken" waschen. Himmel, ist der Kerl 'ne Pottsau. So schmutziges Waschwasser hab' ich noch nie gehabt. Da könnte ich gleich die Weide mit güllen...
Nun hängen die Locken über der Wanne zum trocknen. Ich bin echt gespannt wie die sich spinnen lassen!
Da wir grundsätzlich keine halben Sachen machen, haben wir auch die Collies scheren lassen! Scherz beiseite, es musste sein. Da die Herren nur noch einen Kondenzstreifen hinterlassen und nicht mehr zu sehen sind, sobald ich die Hundebürste 'rauskrame, war die Colliewolle irrsinnig verfilzt. Die musste einfach 'runter, bevor da noch Hautprobleme entstehen. Aber ich gestehe, ich hab' erst mal geheult, als ich mit den beiden Nackedeis wieder im Auto saß. Hoffentlich wächst das alles schnell wieder nach. Ich bin nun mal kein Kurzhaar-Hunde-Fan.
| Langhaar-Collies im Sommer-Look |
Die letzten Wochen waren unglaublich stressig. Den Computer habe ich nur einmal am Tag angemacht, um Bestellungs-Mails auszudrucken. Darum habe ich auch meinen blog links liegen lassen müssen.
Schon in der Woche vor Pfingsten bin ich aus der Käseküche eigentlich nur zum Melken 'rausgekommen, denn am Pfingstmontag waren wir mit unserem Käse auf dem Logabirumer Mühlenfest. Dort waren wir im Oktober schon. Es ist eine tolle Atmosphäre mit all den kleinen Verkaufsständen rund um die Mühle und wir haben super verkauft. Auch diesmal wurden wir nicht enttäuscht. Lediglich ein paar Kunden, die einen etwas weiteren Weg mit dem Fahrrad hatten, trauten sich nicht, den Käse bei der Wahnsinns-Hitze so lange ungekühlt zu transportieren.
Am Sonntag darauf waren wir dann im Heimatmuseum Leer. Diese Einladung hatte ich eigentlich nur angenommen, um ein bisschen die Werbetrommel für uns zu rühren, denn mit dem Ab-Hof-Verkauf klappt das immer noch nicht so richtig. Mit einem guten Verkauf hatte ich eigentlich nicht gerechnet. Die Aktion hieß zwar "Markt im Museum", aber wer kauft schon Käse im Museum? Tja, ich kenne jetzt die Antwort - die Leeraner. Den letzten Käse haben wir sogar noch nach Ende der Veranstaltung, beim Einladen unseres Krempels, aus der Kühltasche verkauft.
Donnerstag war dann die "Behörde" vor Ort. Betriebskontrolle!!!! Diesmal das volle Programm, mit Probennahme und Tierhaltungs-Kontrolle. Mir war ganz schön mulmig, weil wir immer noch nicht misten konnten. Normalerweise kommt der Mist vor der Aussaat mit auf den Mais-Acker. Bloß diesmal standen zu dieser Zeit überall noch Ablamm-Boxen 'rum und nun können wir erst misten, wenn unsere Heuwiese gemäht ist und das Zeugs da hin kann.
Aber offenbar bin ich nicht die einzige, die noch Mist im Stall hat. Wir sind ohne Beanstandung abgenommen worden. Nun müssen nur noch die beiden genommenen Proben in Ordnung sein, wovon ich aber einfach mal ausgehe. Wobei - man kann sich gar nicht vorstellen, auf was für Ideen diese Behörden kommen. Zum Beispiel sagte mir unser ausgesprochen netter Lebensmittelkontrolleur, dass auf meiner Etikettierung das Wörtchen "bis" fehlt und zwar bei "Mindestens haltbar". Wird das bei der genommenen Probe beanstandet, wird ein GUTACHTEN!!!!!! erstellt!!!!!! Und dieses Gutachten kostet mich dann €150,-- und zwar pro genommener Probe!!!! Ich fasse es einfach nicht. Wie irre ist das denn? Wie schon gesagt, unser Lebensmittelkontrolleur ist zum Glück sehr nett...
Den nächsten "Auftritt" haben wir am 30.06. auf dem Bauernmarkt in Leer. Der war letztes Jahr auch richtig gut. Bin mal gespannt wie es diesmal wird.
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